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Keplers Leben

Der Namenspatron unserer Schule wurde 1571 im schwäbischen Weil geboren, wo sich heute ein sehenswertes Kepler-Museum befindet, das man unter der Adresse www.kepler-museum.de auch virtuell besichtigen kann. Die relativ traurige Kindheit (der Vater war nach Keplers Auskünften ein versoffener und streitsüchtiger Söldner) wollen wir schnell überspringen. Mit fünf Jahren zog er nach Leonberg um und besuchte dort die Lateinschule. Ab 1584 besuchte er das protestantische Seminar in Adelberg und ab 1589 begann er dann das Studium der Theologie in Tübingen, das er 1591 erfolgreich abschloss.

Zum Theologiestudium gehörte auch die Beschäftigung mit mathematischen Fragen und in Tübingen bekam Kepler durch seinen Mathematiklehrer Michael Maestlin Kontakt zum astronomischen Fragestellungen. Maestlin lehrte offiziell natürlich das von der Kirche geforderte geozentrische Weltbild des Ptolemäus mit der Erde als Mittelpunkt des Universums. Seine Schüler machte er aber, wenn sie ihm denn schlau genug erschienen, bereits mit dem kopernikanischen System mit der Sonne als Mittelpunkt unseres Planetensystems vertraut. Und unter diesen schlauen Studenten war auch Kepler, der zu dieser Zeit zum „Kopernikaner“ wurde. Von 1594 bis 1600 folgte Kepler einem Ruf an die protestantische Universität Graz, wo er Mathematik, Geometrie und Rhetorik lehrte, in seiner freien Zeit aber bereits umfangreiche astronomische Studien trieb. Sein Ruf als guter Mathematiker drang bis Prag, wo der berühmte Astronom Tycho Brahe auf Kepler aufmerksam geworden war. Kepler folgte einer Einladung Brahes nach Prag, wo er von 1600 bis 1601 als dessen Assistent und später nach Brahes Tod weitere 11 Jahre als Hofmathematiker Rudolphs des Zweiten wirkte. In diese Zeit fallen wichtige Entdeckungen und die Formulierung der ersten zwei der sogenannten Keplerschen Gesetze.

1610 erfuhr Kepler erstmalig von den großen Entdeckungen, die Galileo mit dem Teleskop gemacht hatte. Nachdem er selber über ein brauchbares Teleskop verfügte, konnte er mit eigenen Entdeckungen und Beobachtungen (z.B. die Satelliten des Jupiter betreffend) Galileo unterstützen, dessen Entdeckungen in seiner Zeit sehr umstritten waren. Keplers Schriften wurde dadurch sogar in Florenz veröffentlicht, was ihm einigen Ruhm einbrachte.

1612, in dem Jahre, in dem seine Frau Barbara starb, mit der er drei Kinder hatte, wurde Kepler Mathematiker der Stadt Linz, eine Position , die er bis 1629 inne hatte. Dort heiratete er Susanna Reuttinger, mit der er sechs Kinder hatte.

Zwischen 1617 und 1621 veröffentlichte Kepler sein Buch Epitome Astronomiae Copernicanae, das als wohl einflussreichste Einführung in die heliozentrische Astronomie bezeichnet werden kann. 1619 erschien sein Harmonice mundi, in welchem sich die Formulierung des dritten Keplerschen Getzes befindet. Zwischenzeitlich musste Kepler in einem Gerichtsverfahren seine Mutter, die der Hexerei beschuldigt wurde, verteidigen.

In den Wirren des 1618 beginnenden Dreißigjährigen Krieges, der das deutsche Reich in unvorstellbarer Weise verwüstete, musste auch Kepler als Protestant eine Vielzahl von privaten und beruflichen Verfolgungen und Rückschlägen hinnehmen und stand zum Schluss ohne Beruf und Einkommen dar. Er starb im Jahre 1630 in Regensburg.


Kepler auf einer ungarischen Briefmarke


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