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Seminarfach Experimentelle Physik

Facharbeit startet an Uni-Instituten

(Ben Bögershausen | 01.02.2017)

Luca Haarstrick experimentiert mit einem Faserlaser am LZH

Garbsen, 01.02.2017 - Vorab: Alle niedersächsischen Schüler müssen seit etwa 15 Jahren in der Oberstufe eine wissenschaftliche Arbeit über rund 15 Seiten verfassen, damit sie die Studienfähigkeit trainieren (Facharbeit).

Am JKG experimentieren nun erstmalig alle neunzehn Schüler einer 11. Klasse an unterschiedlichen Instituten der Leibniz Universität Hannover. Sie alle haben die Aufgabe ein Experiment durchzuführen und auszuwerten. Auf diese Weise erlernen die Schüler nicht nur die methodischen Fähigkeiten für das wissenschaftliche Arbeiten, sondern arbeiten an echten Versuchsaufbauten in der Uni. Das Tolle daran ist, dass die Schüler hier von wissenschaftlichen Mitarbeitern, Doktoranden und Studenten angeleitet werden. In einem Fall werden die Schüler auch von einem Bufti, der Neufassung des Zivildienstleistenden, an der Uni angeleitet.

Rund zehn Stunden sollen die Schüler unter dem Motto: Physikalisches Experimentieren forschen, für das gesamte Verfassen der Facharbeit sind sechs Wochen angesetzt. Diese Arbeit erstellen die Schüler parallel zum regulären Unterricht; an Langeweile leidet somit keiner. Die Fußnoten, Zitate und Literaturangaben ins rechte Format zu setzen erfordert gerade am Ende viel Zeit, doch entscheidend für das Gelingen dieser Arbeit ist es einen geschlossenen Gedankengang wissenschaftlich zu verfassen. Die Naturwissenschaften können hier mit ihrem bekannten "Dreiklang" Versuchsaufbau, Versuchsdurchführung und Versuchsergebnis eine sehr gute Struktur liefern.
Dankenswerterweise haben sich, durch die Kontakte des Johannes-Kepler Gymnasiums, acht Institute dazu bereit erklärt unsere Schüler zu betreuen. So wird beispielsweise ab dem 23. Januar am Zentrum für Didaktik der Technik (ZDT) von Meik Faber die Reflektion von Ultraschall untersucht, dem Laien bekannt als PKW-Abstandspieper. Sein Klassenkamerad Aaron Gießelmannam arbeitet dann am Institut für Mehrphasenprozesse (IMP), er untersucht die Beeinträchtigung einer künstlichen Herzklappe bei der Verkalkung. Juliane Benson wird am Institut für Quantenoptik (IQO) mit ihrer Querflöte leere Glasflaschen zum "Tuten" bringen und klärt dann, inwiefern Form und Größe des Altglases den Ton verursacht.

Schlussendlich erleben die JKG-Schüler durch diese experimentelle Facharbeit wissenschaftliches Arbeiten und erhalten so einen Einblick in die Universitätswelt, die ja schon in einem Jahr (nach dem Abitur) für sie Realität werden kann. Vereinzelt kam es bei der ersten Kontaktaufnahme zwischen Schülern und Universität zu englischsprachlichen Mails, die Überraschung war hier noch groß.