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Seminarfach Experimentelle Physik hat eine sehr aktive Studienfahrt

JKG-Schüler besteigen die Zugspitze

(Ben Bögershausen | 14.09.2017)

Finale auf 2967m

Garbsen, 14.09.2017 - Autor Luca Haarstrick: 1. Tag Zugfahrt und Schachenhaus
13 Schüler und 2 Lehrer des Johannes- Kepler- Gymnasiums machten sich am 04. September 2017 auf den Weg Richtung Zugspitze. Um 6:26 ging es dann am Hannover Hauptbahnhof in Richtung München und anschließend Richtung Mittenwald. Um eine Verspätung zu minimieren stiegen wir schließlich in sieben Züge, um letztendlich mit einer Verspätung von einer Stunde um 14:30 in Mittenwald anzukommen. Von dort ging es dann mit dem Bus auf ca. 1100 Meter. Dies sollte für drei Tage das letzte Mal sein, dass wir einen Bus oder eine Straße zu sehen bekommen. Zwischen dem Ferchen- und dem Lautersee betraten wir dann das erste Mal seit dem Brocken einen Wanderweg. Zu diesem Zeitpunkt wusste allerdings noch niemand, dass wir heute noch 11 Kilometer und etwa 700 Höhenmeter zurücklegen müssen (das Auf und Ab mal nicht mitgezählt), um letztendlich abends um 20:00 das Schachenhaus auf einer Höhe von 1867 Metern zu erreichen. Dieser Tag war in Bezug auf die Wegverhältnisse sicherlich der angenehmste, jedoch auch mit der Zugfahrt der längste und ermüdendste Tag. Dementsprechend früh gingen manche von uns bereits um 21:15 ins Bett, während der Rest gegen 22:00 folgte.
2. Tag Abstieg und Reintalangerhütte
Nach einer halbwegs erholsamen Nacht und einem kleinen Frühstück durften wir dann am Morgen des 05.09. das Königshaus am Schachen bzw. das Jagdschloss von König Ludwig II und seinen darin befindlichen Raum der Träume bestaunen. Nach diesem „Kulturprogramm“ machten wir uns schließlich an den 823 Meter tiefen Abstieg in das Reintal. Diese Passage war sicherlich die gefährlichste auf unserer Wanderung, da es hier Stellen gab, an denen wir ein 1- Meter Wasserbecken überqueren mussten, welches auch noch von einem kleinen Wasserfall gespeist wurde. Hätte man hier nicht aufgepasst und sich konzentriert, wäre es gefährlich in die Tiefe gegangen. Zum Glück haben alle diesen Abstieg bravourös überstanden, sodass wir uns an der Bock-Hütte auf 1055 Metern und bei strahlendem Sonnenschein eine Erbsensuppe verdient hatten. Von dort an hatten wir nur noch einen Fußmarsch von 5,2 Kilometern und 300 Höhenmetern vor uns. Um ca. 17:00 kamen wir dann bei der Reintalangerhütte auf 1370 Höhenmetern an. Die Reintalangerhütte ist wunderschön an der Partnach gelegen und man konnte also direkt am Wasser den Tag ausklingen lassen. Das Tagesziel war also erreicht und man konnte das erste Mal seit zwei Tagen für vier Minuten warm duschen. Ein Segen nach dieser ersten Etappe, auch wenn in unserem Schlaflager ziemlich wenig Platz war und man nur gerade auf seiner Matratze schlafen konnte, da neben einem direkt die nächsten Mitschüler lagen. Trotzdem haben wir es uns dort bequem gemacht und uns mit Herrn Bögershausen und Frau Wolter über den nächsten Tag unterhalten, da keiner von uns besonders viel Vertrauen in den morgendlichen Aufstieg hatte.
Dies lag sicherlich an den Erfahrungen des Abstiegs und der kniffiligen Passage über das Wasserbecken. Nachdem wir dann aber in Ruhe den einfacheren morgendlichen Weg durchsprachen, fühlten wir uns alle gewappnet für den Aufstieg und legten uns hin und schliefen diesmal alle gegen 22:30 ein.

3. Tag: Aufstieg zur Knorrhütte
Am dritten Tag folgte nun der Teil, der vorher als „konditionell sehr anstrengend“ angekündigt wurde, der Aufstieg auf die Knorrhütte auf 2044 Metern Höhe. Der Aufstieg war zwar konditionell definitiv anstrengend und wurde durch den Regen nicht gerade besser, aber dadurch, dass wir nur 3,2 Kilometer Wegstrecke vor uns hatten wurden die 700 Höhenmeter unser einziges Tagesziel, für das wir auch den ganzen Tag Zeit hatten. Trotzdem waren wir gegen 13:30 an unserem Ziel der Knorrhütte angelangt und hatten nun den ganzen Tag, um zu entspannen und die Muskeln zu schonen. Auch hier gab es wieder eine Dusche und Warmwasser für drei Minuten, was dankbar von Vielen angenommen wurde. Der Nachmittag bestand dann hauptsächlich aus ein paar Kartenspielen wie Wizard, Arschloch und Schwimmen. Zwei Schüler sind dann noch gemeinsam mit Herrn Bögershausen zur Grenze zwischen Deutschland und Österreich gegangen, um das „Gatterl“ anzuschauen. Nachdem wir dann am Abend unser Drei-Gänge Menü mit Suppe, Hauptgang und Nachtisch gegessen hatten, zerstreuten wir uns in einzelne Gruppen und ließen den Abend im Schankraum, oder auf dem Zimmer ausklingen.

4. Tag: Zugspitze
Als wir dann am vierten Tag um 6:30 unser Frühstück zu uns genommen hatten ging es um 09:00 dann weiter zur Seilbahnstation Sonnalpin auf dem Zugspitzblatt. Hierfür ging es erneut 3,3 Kilometer in Richtung Zugspitze und 530 Meter in die Höhe. Nach ca. einer Stunde kamen wir dann an eine Stelle, auf die ich mich persönlich den Großteil der Fahrt gefreut hatte: Schnee im September. Auf ca. 2300 Metern konnte man dann den ersten vernünftigen Schneeball werfen und durch den 5-10 Zentimeter hohen Schnee stapfen. Nach zwei weiteren Stunden war das Ziel dann zum Greifen nahe. Wir standen am Fuße des Zugspitzgipfels und sahen das erste Mal den Weg auf den Gipfel der Zugspitze. Während Frau Wolter und 12 Schüler sich dafür entschlossen per Seilbahn auf den Gipfel zu fahren, wollten Herr Bögershausen und Görkem Tuncel den letzten Kick und gingen die letzten 400 Höhenmeter auf den Gipfel. Um ca. 14:00 hatten wir uns dann alle im Restaurant Panorama gesammelt, von dem man auch bei unserer wolkenverhangenen Sicht das Gipfelkreuz sehen konnte. Das Ziel war also vor Augen. Nach Stärkung durch Suppen und Schnitzel oder Kuchen haben wir uns dann aufgemacht zum höchsten Punkt Deutschlands. Die letzten 11 Meter waren allerdings nicht ohne. Nur durch ein Stahlseil zum Festhalten gesichert kletterten und balancierten wir nacheinander den Gipfel zum Gipfelkreuz. Dort angekommen hätte man sicherlich einen tollen Ausblick gehabt, aber wir haben nur eine graue Wand aus Wolken sehen können. Trotzdem war es ein unbeschreibliches Ereignis für einen kurzen Moment die höchste Person in Deutschland gewesen zu sein und dies auch durch eigene Kraft erreicht zu haben. Natürlich musste auch ein Beweisfoto herhalten, um diesen Moment festzuhalten. Den Weg zurück ins Tal nach Grainau mit der Seilbahn und der Zugspitz- bzw. Zahnradbahn war dann relativ unspektakulär. Zurück in der Zivilisation und dem Seminarhaus Grainau konnten wir den Tag mit Krökeln und Tischtennis beenden und hatten dabei jede Menge Spaß, sowie auch am nächsten Tag beim Raften. Als wir dann um 21:30 zurück in Hannover waren ging es für alle nur noch unter die Dusche oder die Badewanne und dann ab ins eigene Bett.

Fazit:
Um die ganze Fahrt zusammenfassen zu können passt sicherlich die Antwort auf die Frage „Wie geht es dir?“. Meine Antwort auf diese Frage war in Bezug auf den körperlichen Zustand meinerseits im Verhältnis zum Spaß – Faktor „beschissen, aber geil“. Ich denke, dass Wandern sicher nichts für Jedermann ist und es auch die mit Abstand ausgefallenste und anstrengendste Seminarfahrt aus dem Jahrgang war. Dennoch haben wir Schüler uns in Kombination mit den beiden Lehrern eine echt schöne und lustige Fahrt gemacht, auch wenn der Widerstand und das Murren im Voraus verständlicherweise groß waren. Trotzdem gab es einen genialen Zusammenhalt, der zeigt was für ein toller Kurs wir eigentlich sein können und das Lehrer auch mal entspannt sein können, wenn man mal vier Tage intensiv ohne Schule oder schulische Anforderungen an die Schüler mit ihnen verbringt.
An die Zeit werden wir uns alle noch lange erinnern! Und nicht vergessen: Man kann alles im Leben schaffen, auch wenn der Anblick vorher ziemlich angsteinflößend, niederschmetternd oder demoralisierend scheint.